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Steigerung des Holzbauanteils

By 9. August 2018 No Comments
Steigerung Holzbauanteil Grafik

Bauen mit Holz bietet ökonomische, ökologische und nachhaltige Vorteile und stärkt zugleich die regionale Salzburger Wirtschaft. Den CO2-Ausstoß und den Energieverbrauch zu verringern, gesundes und nachhaltiges Wohnen zu verwirklichen, all dies lässt sich im modernen Holzbau vereinen.

 

Die Frage, die sich stellt ist: Wie viel wird in Holzbauweise in Salzburg gebaut? Hat der Anteil des Holzbaus zugenommen? Diesen Fragen ist im Auftrag von proHolz Salzburg und dem Holzcluster Salzburg Univ. Prof. Dr. Alfred Teischinger von der Universität für Bodenkultur Wien / Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe, nachgegangen. Mit der Unterstützung der Salzburger Gemeinde- und Stadtverwaltungen konnte ein statistisch abgesicherter Holzbauanteil am gesamten Salzburger Hochbauvolumen (ohne Stadt Salzburg) ermittelt werden.

Für den Obmann von proHolz Salzburg, ÖR Rudolf Rosenstatter, sind die Entwicklungen sehr erfreulich. „Die Steigerung des Holzbauanteils in den Gemeinden bringt auch eine höhere Wertschöpfung für die vorgelagerten Wirtschaftsbereiche der Forstwirtschaft und Holz- bzw. Sägeindustrie. Die Forst- und Holzwirtschaft zählt zu den größten Arbeitgebern im Land mit einer enormen Wirtschaftsleistung. Ein jährliches Bruttoinlandsprodukt von 1,6 Mrd. Euro wird erwirtschaftet“, so Rosenstatter.

Steigende Holzbauanteile

„Die von uns entwickelte Methode zur Erhebung des Holzbauanteils im Hochbau analysiert den Anteil des Holzbaus durch eine Primärerhebung der Daten vor Ort in den Gemeinden auf Basis einer statistischen Auswahl. Dabei werden verschiedene Gebäudekategorien wie Einfamilienhausbau, Mehrfamilien- bzw. mehrgeschossigem Wohnbau, öffentlicher Bau, Industriebau und landwirtschaftlicher Bau sowie Bezugsgrößen (z.B. umbauter Raum) für den Erhebungszeitraum 1998 bis 2017 unterschieden“, erklärt Teischinger in seinen Ausführungen.

Der Holzbauanteil in Salzburg, bezogen auf das umbaute Volumen aller bewilligungs- und anzeigepflichtigen Bauvorhaben, erreichte in den Erhebungsjahren 2016/2017 einen gewichteten Wert von 32 Prozent. Der Wohnbau umfasst dabei ca. zwei Drittel des gesamten Salzburger Hochbau-Bauvolumens, das sich gegenüber der letzten Erhebung 2013 doch deutlich verringert hat. „Der öffentliche Bereich zeigt bei der aktuellen Studie eine Besonderheit. Es wurden in dieser Kategorie zwar weniger Bauten realisiert, diese jedoch in großem Maße in Holzbauweise ausgeführt. Es ergibt sich, bezogen auf das Hochbau-Bauvolumen dieser Kategorie, ein Holzbauanteil von über 60 Prozent“, so Teischinger abschließend.

Qualität durch Holzbau-Meister

„Der Holzbau hat in den letzten 20 Jahren einen enormen Aufschwung und eine sehr dynamische Entwicklung genommen. Grund dafür sehe ich einerseits in der guten und innovativen Arbeit der Holzbauunternehmen und auch im Zusammenspiel der Organisationen proHolz, Holzcluster, Holzbauinnung und der Betriebe. Andererseits treffen politisch Verantwortliche auf Landes- und Gemeindeebene zukunftsweisend ihre Entscheidungen pro Holz. Das ist aus unserer Sicht wichtig und goldrichtig für die regionale Wirtschaft“, berichtet Landesinnungsmeister Friedrich Egger.

Ein weiterer wesentlicher Faktor liegt nach Ansicht von Egger darin, dass sich viele Bauherren wieder mehr mit den in Frage kommenden Baumaterialien und den damit verbundenen Wohn- und Lebensqualitäten beschäftigen. Hier spielt Holz als gesunder, nachwachsender und ökologisch nachhaltiger Baustoff seine Vorteile aus. Ähnliches gilt für Architekten und Planer, die nach anfänglichen Vorbehalten nun auch die Vielfalt und Gestaltungsmöglichkeiten von Holz- und Holzwerkstoffkombinationen sehen, schätzen und umsetzen.

„Mit der Steigerung des Holzbauanteils in Salzburg hat auch die Anzahl der Beschäftigten zugenommen. Waren es im Jahr 2004 noch 1.100 Berufstätige so sind es derzeit rund 1.500 Mitarbeiter in über 200 Zimmerei- und Holzbaubetrieben“, stellt Egger fest. Abschließend richtet Egger noch einen Appell an Wohnbauträger, in Zukunft auch im mehrgeschossigen Wohnbau auf den Baustoff Holz zu setzen.

In diesem Zusammenhang gibt es auch Anknüpfungspunkte zum Regierungsprogramm der neuen Landesregierung. „Im Regierungsprogramm 2018 – 2023 plant die neue Landesregierung Impulse, den Einsatz von Holz insgesamt aber insbesondere im Wohnbau zu steigern, was die Wertschöpfungskette Holz sehr gegrüßt“, so DI Gregor Grill, proHolz Geschäftsführung.

Potential im mehrgeschossigen Wohnbau

Ein langjähriger Wegbegleiter des Holzbaus ist der Thalgauer Architekt Simon Speigner. Mit dem Modellwohnbau Passivhausanlage Samer Mösl ist ihm vor über 10 Jahren ein Pionierprojekt in der Stadt Salzburg mit dem Salzburger Bauträger Heimat Österreich gelungen. Danach folgten in Stadt und Land Salzburg kaum mehr weitere mehrgeschossige Projekte in Holzbauweise, obwohl das Architekturbüro sps-architekten in zahlreichen anderen Hauptstädten, speziell Graz, den mehrgeschossigen Holzbau weiter vorantrieb. „In Graz gibt es großartige Beispiele im mehrgeschossigen Wohnbau aus Holz, die vorbildlich sind. In Stadt oder Land Salzburg ist dies derzeit noch ein Wunschgedanke“, erläutert Simon Speigner.

Sps-architekten realisierten bereits Holzbauprojekte wie das Seniorenwohnheim Hallein, die Wohnanlage Hummelkaserne in Graz, u.v.m. zu selben Projektkosten wie bei herkömmlichen Baustoffen und dies unter dem Aspekt, dass Holzbauten nachhaltiger und im laufenden Betrieb kosteneffizienter sind. „Wir haben bei der 6-geschossigen Wohnanlage Hummelkaserne Errichtungskosten von rund € 2.200/m² Nutzfläche brutto erzielen können und sind damit sehr kosteneffizient. Der Holzbau zeigt in vielerlei Hinsicht seine Stärken“, ist Speigner überzeugt.

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